![]()
|
Eine philosophische Praxis ist eine Einrichtung, in der philosophische Gedanken, Erkenntnisse und Vorstellungen auf praktische Verhaltensweisen angewendet werden, um diese kritisch zu beleuchten und gegebenenfalls auch zu verändern. Im Zentrum einer solchen Praxis steht das philosophische Gespräch, bei dem gemeinsam die konkreten Möglichkeiten für ein glücklicheres Leben gesucht werden. Der begriffliche Unterschied zwischen Praxis und Theorie hat sich ursprünglich aus dem altgriechischen Theater entwickelt. Denn bei Aufführungen und kultischen Veranstaltungen, z.B. im Dionysoskult, gab es einerseits Akteure, welche die Handlungen vorgeführt oder vollbracht haben und andererseits die Zuschauer, die sich diese Vorführungen angeschaut und betrachtet haben. Das griechische Wort praxis hatte ursprünglich die Bedeutung von "Ausführung" oder "Handlung", während das Wort theoria im ursprünglichen Sinn "Anschauung" oder "Betrachtung" bedeutete. Auf diese Weise entstand also eine Unterscheidung zwischen Praxis und Theorie. Dieses aus dem Theater entstandene Verhältnis von praxis und theoria wurde später in der Philosophie auf zwei unterschiedliche Erkenntnisformen übertragen: einmal auf die praktische Erkenntnis, die durch Erfahrung im aktiven Umgang mit Menschen und Gegenständen erlangt wird und zum anderen auf die theoretische Erkenntnis, die durch eine rein gedankliche "Betrachtung" oder Überlegung gewonnen wird. In einer philosophische Praxis wird so ein Zusammenhang zwischen philosophischen Einsichten und praktischem Verhalten hergestellt. Sie hat das Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse konkret in die tägliche Lebenspraxis einfließen zu lassen. Dies geschieht in Form einer philosophischen Beratung, bei der wichtige Probleme des menschlichen Lebens behandelt werden wie beispielsweise:
|